{"id":144,"date":"2020-04-08T16:57:25","date_gmt":"2020-04-08T16:57:25","guid":{"rendered":"http:\/\/trauerzeit.eu\/?page_id=144"},"modified":"2023-08-29T20:49:58","modified_gmt":"2023-08-29T20:49:58","slug":"entspannung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/trauerzeit.eu\/?page_id=144","title":{"rendered":"Entspannung"},"content":{"rendered":"\n<p>Unser vegetatives Nervensystem ist unterteilt im sympathischen Nervensystem (Sympathikus) und im parasympathischen Nervensystem (Parasympathikus). Der Sympathikus bereitet den Organismus auf k\u00f6rperliche und geistige Leistungen vor. Der Parasympathikus k\u00fcmmert sich um die K\u00f6rperfunktion in Ruhe. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie schon im Men\u00fc <a href=\"https:\/\/trauerzeit.eu\/?page_id=32\">&#8222;K\u00f6rperliche Reaktionen&#8220;<\/a> beschrieben wurde, ist der Sympathikus im Dauermodus. Dieser k\u00f6rperliche Dauerstress kann krank machen. Deshalb ist es wichtig, dass dann der Parasympathikus aktiviert wird und daf\u00fcr eignen sich Entspannungs\u00fcbungen. Es geht hierbei nicht um Wellness, sondern darum, den K\u00f6rper dabei zu unterst\u00fctzen, einen kleinen Ausgleich zum Dauerstress zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir stellen Ihnen an dieser Stelle einige Entspannungsmethoden vor:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie f\u00fchre ich die \u00dcbungen durch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ge\u00fcbt werden kann i. d. R. im Sitzen oder im Liegen, aber auch in anderen K\u00f6rperhaltungen. Beginnen Sie mit Ihrer dominanten Seite, d. h. Rechtsh\u00e4nder rechts und Linksh\u00e4nder links. F\u00fchren sie beim Erlernen der Progressiven Muskelentspannung die Anspannungen nur leicht durch. Also z. B. nur leicht die Faust zusammendr\u00fccken<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was unterst\u00fctzt beim Erlernen der Entspannungsmethoden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Besonders zu Anfang hilft es, wenn Sie in einem ungest\u00f6rten Umfeld \u00fcben. Handy etc. abschalten, Fenster schlie\u00dfen.<\/li>\n\n\n\n<li>Ger\u00e4usche von au\u00dfen kann man nicht beeinflussen. Wenn pl\u00f6tzlich eine Bohrmaschine loslegt, dann nehmen Sie es wahr, aber schenken Sie dem keine Aufmerksamkeit. Alles darf sein! Dies gilt auch f\u00fcr Gedanken und Problemen. Nicht zwanghaft vertreiben. Arbeiten Sie eher mit S\u00e4tzen wie \u201cGer\u00e4usche sind gleichg\u00fcltig\u201d, \u201cGedanken st\u00f6ren nicht\u201d.<\/li>\n\n\n\n<li>L\u00fcften Sie gut und schaffen Sie sich eine angenehme Raumtemperatur.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie k\u00f6nnen sowohl liegend als auch sitzend die \u00dcbungen durchf\u00fchren. Gerne d\u00fcrfen Sie sich eine bequeme Sitzgelegenheit schaffen, ggf. mit Knierollen, Kissen etc.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn es geht, sollten Sie die \u00dcbungen m\u00f6glichst gerade sitzen, Wirbels\u00e4ule und Halswirbel m\u00f6glichst gerade halten. Wichtig ist, dass Sie bequem, locker und unbeengt sitzen\/liegen. Sie d\u00fcrfen gerne Kleidungsst\u00fccke lockern, z. B. Hosenknopf \u00f6ffnen, Brille absetzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn Sie m\u00f6gen, k\u00f6nnen Sie die Augen schlie\u00dfen. Sie k\u00f6nnen auch mit ge\u00f6ffneten Augen \u00fcben und sich auf einen Punkt konzentrieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Nicht unter dem Eindruck starker Hunger- und S\u00e4ttigungsgef\u00fchle \u00fcben.<\/li>\n\n\n\n<li>Nicht zu viele Gedanken dar\u00fcber machen, ob Sie die \u00dcbungen falsch oder richtig machen. Konzentrieren Sie sich und versuchen Sie die \u00dcbung fortzuf\u00fchren.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn es Ihnen schlecht wird, Schmerzen haben und den Wunsch versp\u00fcren, abzubrechen, dann h\u00f6ren Sie auf. Bleiben Sie einfach liegen oder stehen Sie langsam auf. Wenn Sie Husten oder auf Toilette m\u00fcssen, wenn pl\u00f6tzlich doch ein Handy klingelt und sie es ausstellen m\u00f6chten, dann machen Sie das. Wenn Sie einschlafen und schnarchen, dann ist das so. Die anderen Gruppenmitglieder sollten Bewegungen, Ger\u00e4usche im Raum keinerlei Aufmerksamkeit schenken, sondern einfach weitermachen. Bei den \u00dcbungen gelegentlich auftretende bestimmte K\u00f6rperempfindungen wie z.B. Magenknurren, Fr\u00f6steln, verst\u00e4rkte Herzwahrnehmung, G\u00e4hnen, kribbeln u.a. sind ganz normal. Sie sollten sich davon keinesfalls beunruhigen lassen.<\/li>\n\n\n\n<li>Von Alltagsger\u00e4uschen nicht irritieren lassen, einfach wahrnehmen und weiterziehen lassen<\/li>\n\n\n\n<li>Str\u00fcmpfe, Decke, bequeme Bekleidung, wer mag Kissen, Nackenrolle<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Wann muss ich R\u00fccksprache mit meinem Arzt oder Heilpraktiker halten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei bestimmten Erkrankungen oder St\u00f6rungen sollte die Entspannungs\u00fcbungen nicht oder nur nach \u00e4rztlicher Anleitung praktiziert werden. Dazu geh\u00f6ren u.a.: Psychische und psychotische Erkrankungen und St\u00f6rungen, Epilepsie, Herzinsuffizienz, unkontrollierbarem Bluthochdruck, akutes Muskelrheuma, Muskelentz\u00fcndungen, akute Gelenkentz\u00fcndungen, Zwangssyndrome, Suizidgedanken, Borderline-Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen, schwere Suchtmittlabh\u00e4ngigkeit, krankhafte Essst\u00f6rungen (z.B. Anorexia nervosa), Hang zur hypochondrischen Selbstkontrolle u.a..<\/p>\n\n\n\n<p>Achtung! Wenn ungekl\u00e4rte Krankheitssymptome vorliegen oder vermutet werden, sollten vor der Anwendung eines Entspannungsverfahrens immer ein Arzt oder Heilpraktiker befragt werden! Der Einsatz zu therapeutischen Zwecken ist ausschlie\u00dflich durch einen Arzt vorzunehmen. Jede nicht\u00e4rztliche Anwendung dient lediglich Zwecken der Entspannung und Gesundheitsvorsorge (Pr\u00e4vention).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Verbesserungen, bzw. welche k\u00f6rperlichen und seelischen Wohlbefinden kann ich mit Entspannungs\u00fcbungen erzielen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Stress wird abgebaut, Besserung des Allgemeinbefindens<\/li>\n\n\n\n<li>Selbstregulierung sonst unwillk\u00fcrlicher K\u00f6rperfunktionen, z. B. Blutdruck<\/li>\n\n\n\n<li>eigene Ressourcen werden gest\u00e4rkt<\/li>\n\n\n\n<li>Ver\u00e4nderter Umgang mit Schmerzen<\/li>\n\n\n\n<li>Leistungssteigerung<\/li>\n\n\n\n<li>Deutliche Verbesserung der Entspannungf\u00e4higkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Bewusstsein und Verst\u00e4ndnis sch\u00e4rfen f\u00fcr Haltung, Atmung, An- und Entspannung<\/li>\n\n\n\n<li>Sie erkennen deutlich schneller was Sie stresst, k\u00f6nnen f\u00fcr sich besser Strategien entwickeln, um Stress zu vermeiden<\/li>\n\n\n\n<li>Sie sind motivierter um langfristige Verhaltens\u00e4nderung hin zu regelm\u00e4\u00dfiger k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t und k\u00f6rperlicher und geistige Entspannung, um stressbedingten Erkrankungen vorzubeugen, bzw. Stress zu reduzieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Autogenes Training<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um 1915 begann der Nervenarzt Johann Heinrich Schultz (1884 &#8211; 1970), sich mit Selbsthypnose und deren Auswirkungen zu besch\u00e4ftigen. Ihm war aufgefallen, dass sich bei vielen hypnotisierten Personen \u00e4hnliche k\u00f6rperliche Erscheinungen einstellten. Zum Beispiel ein Schwere- und W\u00e4rmegef\u00fchl, die Herabsetzung des Blutdrucks, die Verlangsamung der Atmung usw. Aus diesen Ans\u00e4tzen leitete er die Formel des Autogenen Trainings her. Im deutschen Sprachraum ist es das bekannteste und am h\u00e4ufigsten zu therapeutischen Zwecken eingesetzte Entspannungsverfahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum gerade Autogenes Training?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Das Autogene Training ist ein Verfahren zur Entspannung und Selbsthilfe<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Neben dem Autogenen Training ist es eines der weitest verbreiteten und am besten erforschten Entspannungsverfahren, es verzichtet auf weltanschauliche Orientierung und kann deshalb von jedem Menschen in jedem Kulturkreis angewendet werden.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sie ist leicht erlernbar und l\u00e4sst sich ohne gro\u00dfen Aufwand in die Praxis umsetzen. Mit \u00dcbungen kann eine Entspannung schon nach kurzer Zeit nachgewiesen werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Wirkung entsteht durch Konditionierung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser vegetatives Nervensystem ist unterteilt im sympathischen Nervensystem (Sympathikus) und im parasympathischen Nervensystem (Parasympathikus). Der Sympathikus bereitet den Organismus auf k\u00f6rperliche und geistige Leistungen vor. Der Parasympathikus k\u00fcmmert sich um die K\u00f6rperfunktion in Ruhe. Wie schon im Men\u00fc &#8222;K\u00f6rperliche Reaktionen&#8220; beschrieben wurde, ist der Sympathikus im Dauermodus. Dieser k\u00f6rperliche Dauerstress kann krank machen. 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